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Mit der EZLN nach Mexico-Stadt
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Brief der Mexikogruppe Berlin an Presidente Fox Sr. Presidente de los Estados Unidos Mexicanos Senor Presidente, zu Beginn ihrer Präsidentschaft im Dezember letzten Jahres haben die Zapatistas - eine indigene Aufstandsbewegung in Chiapas, im Süden Mexikos (das kommt nur in den deutschen Text)- erneut ihre Bereitschaft zu einem seit langer Zeit unterbrochenen Dialog mit der neuen mexikanischen Regierung bekundet. Sie stellen dafür drei Bedingungen: - Die Auflösung von sieben der insgesamt 259 Militärstützpunkte in Chiapas. - Die Freilassung aller zapatistischen Gefangenen. -Die Erfüllung des Abkommens von San Andrés, das die verfassungsmäßige Anerkennung der indigenen Völker Mexikos und ihrer autonomen Rechte beinhaltet. Die Zapatistas sehen in der Erfüllung dieser drei Voraussetzungen ein Zeichen für die Glaubwürdigkeit der mexikanischen Regierung und der parlamentarischen Vertreter, ernsthaft in einen Dialog treten zu wollen. Auch wir halten diese drei Vorbedingungen der Zapatistas für gerechtfertigt. War es nicht so Herr Präsident, daß im Februar 1996 das Abkommen von San Andrés sowohl von Regierungsvertretern als auch von den Zapatistas unterzeichnet wurde, daß an der dafür vorausgegangenen Diskussion eine Parlamentskommission mit Vertretern aus den politischen Parteien, der Cocopa, und ein breites Spektrum von Vertretern aus der zivilen Gesellschaft aus ganz Mexiko beteiligt waren, daß der auf diesem Abkommen beruhende Gesetzesentwurf der Cocopa weder vom Parlament verabschiedet, geschweige denn umgesetzt wurde. Um ihren drei Forderungen Nachdruck zu verleihen, wird im März diesen Jahres eine Delegation von 24 zapatistischen Comandantes vor dem Parlament ihre Anliegen selbst vortragen. Auf ihrer Reise nach Mexiko-Stadt werden sie sich in mehreren Bundesstaaten mit verschiedenen sozialen Organisationen austauschen und am Kongreß des nationalen Forums der indigenen Völker teilnehmen. Sie, Herr Präsident, kennen die Gründe, warum sich die Zapatistas am 1. Januar 1994 erhoben und der Welt ein "Ya Basta! -es reicht" erklärt haben. Es war der Tag, an dem das Freihandels abkommen NAFTA zwischen Mexiko, USA und Kanada in Kraft trat, welches das den Gemeinden noch verbliebene Land dem Ausverkauf preisgibt. Es sind die tägliche Verachtung, die Nichtanerkennung der Selbstbestimmung in ihren Gemeinden, die Unerträglichkeit ihres Alltags, die sich in den letzten Jahren durch den Krieg "niederer Intensität" noch verschärft hat. Das ist es, was die indigenen Völker dazu bringt, ein menschenwürdiges Leben zu fordern. Dazu gehört auch, daß das, was ihnen gehört, respektiert wird: ihr Land. Es wird der Prüfstein für Sie und Ihre Regierung sein, inwieweit Sie Ihrem Anspruch gerecht werden, den Konflikt in Chiapas in einem ernsthaften Dialog mit den indigenen Völkern zu lösen. Wir appellieren daher an Sie, sich für diesen Dialog zu öffnen, die drei Bedingungen der Zapatistas zu erfüllen und die Sicherheit für die Reise und den Aufenthalt der zapatistischen Delegation in Mexiko-Stadt zu garantieren. Wir
erklären uns solidarisch mit den Forderungen der Zapatistas: Hochachtungsvoll
c.c.p.:
Gobíerno, Congreso de la Unión de los Senadores,
Cámara de Diputados,
Cocopa,
Secretaria de Gobernación,
Gobíerno de Chiapas,
Congreso del Estado de Chiapas Wir, die Mexikogruppe in Berlin, möchten
Euch/ Sie bitten,
unter diesen Brief möglichst viele Unterschriften zu sammeln. Wenn die
Zapatistas in Mexiko-Stadt sind, wollen wir diesen Brief zusammen mit den
Unterschriften der neuen mexikanischen Botschafterin in Berlin mit
möglichst viel Leuten übergeben. Zugleich wollen wir, daß der Brief mit
den Unterschriften in der Jornada als Leserbrief veröffentlicht wird. |