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Unterstützung für ein Filmprojekt über den Aufstand in Chile

Er soll nicht nur die Geschichte der Revolte erzählen, sondern auch eine Inspiration sein und zeigen, was wir gemeinsam erreichen können.

Hallo liebe Freund*innen, Kolleg*innen und Bekannte,

ich hoffe es geht allen gut, die diese Mail lesen. Die letzten Monate waren überall auf der Welt ziemlich aufreibend. Chile erreichte die Coronavirus-Pandemie ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem die Protestbewegung gerade neuen Aufschwung bekam. Eigentlich hätte im April ein Verfassungsreferendum stattfinden sollen, das aber wegen Corona verschoben wurde. Stattdessen wurde am 18. März der Ausnahmezustand verhängt und bis heute hat die Regierung die Ausbreitung des Virus nicht in den Griff bekommen. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und kämpfen jetzt ums Überleben, weil der Staat sie im Stich lässt. Der Aufstand hatte sich am 18. Oktober 2019 an einer Erhöhung der Fahrpreise der U-Bahn entzündet. Aber es geht um viel mehr.

Schnell wurde der Ruf nach einer neuen Verfassung lauter. Denn die aktuell in Chile gültige Verfassung stammt noch aus der Pinochet-Diktatur (1973-1990) und bildet die Grundlage des neoliberalen Wirtschaftsmodells, das privaten Unternehmen mehr Rechte einräumt als der Bevölkerung. Alle sozialen Grundrechte wurden privatisiert. Für Bildung und Gesundheitsversorgung müssen sich viele Menschen verschulden. Die Renten reichen kaum zum Überleben. Auch die Wasserversorgung ist privatisiert. Deshalb leiden viele ländliche Gemeinden unter Wassermangel, während Agrar- und Bergbauunternehmen das Grundwasser abpumpen, um beispielsweise Avocados anzubauen, die nach Europa exportiert werden. Oder um Lithium abzubauen, mit dem Batterien für Elektroautos hergestellt werden.

Ich lebe jetzt seit einigen Jahren in Chile und habe die Vertiefung der Krise beobachtet. Über den Aufstand im Oktober habe ich für verschiedene Medien berichtet. Monatelang war ich fast jeden Tag auf der Straße bei den Protesten und habe die Gefühle und Rhythmen, die Erfahrungen und Überzeugungen der Menschen miterlebt. Viele Momente waren so ergreifend, dass ich anfing, sie zu filmen. Daraus soll jetzt ein Dokumentarfilm werden. Er soll nicht nur die Geschichte der Revolte erzählen, sondern auch eine Inspiration sein und zeigen, was wir gemeinsam erreichen können.

Es handelt sich um ein unabhängiges Filmprojekt von mir und Michell Moreno, Musiker und Lehrer, dessen eigener Lebensweg von der Ungleichheit und Ungerechtigkeit gezeichnet ist. Wir sind gerade mitten im Schnitt und würden unser Team gerne vergrößern, um den Film in den nächsten Monaten fertigzustellen. Er soll im Oktober veröffentlicht werden, ein Jahr nach dem Beginn der Proteste und vor dem Verfassungsreferendum am 25. Oktober. Wenn alles gut geht, kommen wir im September für ein paar Wochen nach Deutschland und würden den Film dort vorstellen.

Um die Arbeit unseres Teams zu honorieren, brauchen wir finanzielle Unterstützung. Deshalb haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Hier geht es zum Trailer der Doku: https://www.youtube.com/watch?v=jnnh3az6XZA

Und hier zur Crowdfunding-Kampagne: https://www.indiegogo.com/projects/sentido-en-comun-dokumentarfilm/x/236...

Viele liebe Grüße aus Santiago, Sophia und Michell