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Zwei Argentinier klagen an

Vom 21. September bis zum 12. Oktober 2018 kommen die Argentinier Damián Verzeñassi und Juan Ignacio Pereira Queles auf Einladung der Initiative GEN-KLAGE nach Europa. Hier die Termine:

Vom 21. September bis zum 12. Oktober 2018 kommen die Argentinier Damián Verzeñassi und Juan Ignacio Pereira Queles auf Einladung der Initiative GEN-KLAGE nach Europa, um über die verheerenden Folgen des Pestizidgebrauchs in ihrem Land zu berichten. Auf fast 20 Millionen Hektar Ackerfläche erstreckt sich das Einsatzgebiet von Glyphosat und anderen Ackergiften in dem lateinamerikanischen Staat, der weltweit zu den größten Exporteuren von landwirtschaftlichen Produkten zählt.

„Die Europäer sollten etwas über die Herstellung von Agrargütern in Argentinien und anderen Ländern Südamerikas wissen. Es ist eine Produktionsweise, die unsere Landbevölkerung krank macht und umbringt. Und das Gift, das hier verwendet wird, bleibt nicht einfach nur hier. Es gelangt bis nach Europa in verarbeiteten Lebensmitteln und landet auf europäischen Tellern in dem Fleisch, das man dort isst“, erläutet Verzeñassi den Zweck der Reise der beiden MitstreiterInnen der INTERNATIONAL ACTIVIST ACTION.

Der Mediziner hat mit seinen Studierenden Untersuchungen zum Gesundheitszustand der Menschen, die in den großen Anbaugebieten leben, durchgeführt und immense Unterschiede im Vergleich zu dem der übrigen Bevölkerung festgestellt. Atemwegserkrankungen und Hormonstörungen traten viel häufiger auf, und die Krebsrate liegt um den Faktor 1,83 höher.

Diese Erkenntnisse präsentierte er 2016 in Den Haag auch dem „International MONSANTO Tribunal“. Juan Ignacio Pereyra Queles, der als Anwalt gemeinsam mit anderen KollegInnen unter anderem Glyphosatgeschädigte vor Gericht vertritt, war damals ebenfalls vor Ort, um eine ZeugInnenaussage zum Anklagepunkt „Menschenrechtsverletzungen durch Pestizidvergiftungen“ zu machen.

Der Jurist mit dem Spezialgebiet „Umweltrecht“ misst den Tagen in Deutschland eine besondere Bedeutung zu. „Mit BAYER als nunmehrigem Hauptproduzenten von Glyphosat liegt der Schlüssel zur Lösung des Problems in Deutschland. Der Konzern darf seine Augen nicht vor dem verschließen, was in Argentinien geschieht: Wir stehen vor einem Ökozid.“

Und Verzeñassi sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht. „Ein rasches Glyphosatverbot in Deutschland hätte Signalwirkung. Die Geschädigten in Argentinien warten auf ein solches Zeichen. Jeder Tag zählt“, mahnt der Professor. Damián Verzeñassi und Juan Ignacio Pereira Queles absolvieren auf ihrer Rundreise ein umfangreiches Programm.

Den Auftakt bildet eine Veranstaltung in Geisenbrunn bei München mit der Französin Marie Robin, die einen Film über das MONSANTO-Tribunal gedreht hat. Am 24. September werden Verzeñassi und Queles in Genf vor dem „UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte“ sprechen. Zudem treffen sie auf Europa-ParlamentarierInnen wie Martin Häusling von Bündnis 90/Die Grünen, Karin Kadenbach von der „Sozialdemokratischen Partei Österreichs“ und Thomas Waitz von den österreichischen Grünen.

Die Argentinier haben auch Termine im bundesdeutschen Außen- und Landwirtschaftsministerium. Überdies halten sie in mehreren Städten Vorträge und diskutieren anschließend mit dem Publikum.

Die Termine im Einzelnen:

Freitag, 21.09. Geisenbrunn 19 Uhr Gaststätte Geisenbrunn, Tonwerkstraße 3, 82205 Gilching-Geisenbrunn

Dienstag, 25.09. Basel 19.30 Uhr Unternehmen Mitte (Salon), Gerbergasse 30

Freitag, 28.09. Wien 18.30 Uhr „Global 2000“-Büro, Neustiftgasse 36

Samstag, 29.09. Freising (München-Nord) 19 Uhr KBW Katholisches Bildungswerk Freising e. V., Kammergasse 16

Sonntag, 30.09., 97340 Marktbreit (Raum Würzburg) 18 Uhr Alte Schule, Bernhard-Fischerstr. 8

Donnerstag, 4.10. Kirchberg (Schwäbisch Hall) 19.30 Uhr Schloss Kirchberg, Stiftung Haus der Bauern/Akademie Schloss

Freitag, 5.10. Klagenfurt 17.00 Uhr „Alpen Adria Biofest“, Neuer Platz

Sonntag, 7.10. Köln 19.30 Uhr Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, Großes Forum Gastgeber: Coordination gegen BAYER-Gefahren