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»TROTZ ALLEDEM« Zum 100. Geburtstag von Ernesto Kroch

Vortrag von Wolfgang Benz und ein Gespräch mit Eva Weil-Kroch. Begrüßung: Dr. Sylvia Asmus, Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek.   Gäste: Wolfgang Benz. Er ist emeritierter Professor für Geschichte an der Technischen Universität Berlin und war bis März 2011 Leiter des dortigen Zentrums für Antisemitismusforschung. Er ist unter anderem Herausgeber des achtbändigen »Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart«. Eva Weil-Kroch. Eva Weil-Kroch ging im Alter von 9 Jahren mit ihrer Familie ins Exil nach Uruguay. Dort lernte sie über die Arbeit im Deutschen Antifaschistischen Komitee Ernesto Kroch kennen. 1982 flohen sie gemeinsam nach Deutschland, um der politischen Verfolgung durch das uruguayische Militär zu entkommen. Seit dem Ende der Militärdiktatur lebt sie in Uruguay und in Deutschland. 

Das Leben von Ernst Kroch, der sich seit seinem Exil in Uruguay Ernesto nannte, ist auch die Geschichte eines zweifachen Exils. Am 11. Februar 1917 wurde er als Kind jüdischer Eltern in Breslau geboren. Bereits in seiner frühen Jugend war er in der kommunistischen und antifaschistischen Bewegung aktiv – 1934 wurde er von der Gestapo verhaftet, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und später im KZ Lichtenburg inhaftiert. Unter der Bedingung, Deutschland innerhalb von zehn Tagen zu verlassen, wurde Ernst Kroch 1937 aus dem KZ entlassen. Er ging zunächst nach Jugoslawien, floh aber 1938 über Italien und Frankreich weiter nach Uruguay, weil er mit einem Krieg rechnete. Auch im Exil war er weiterhin politisch aktiv, engagierte sich unter anderem in der Metallarbeitergewerkschaft – auch nach dem Militärputsch 1973. Die Militärdiktatur zwang ihn jedoch erneut zur Flucht ins Exil: er kehrte 1982 nach Deutschland zurück, ging aber nach dem Ende der Militärdiktatur wieder nach Uruguay. Bis zu seinem Tod am 11. März 2012 setzte sich Ernesto Kroch aktiv für eine demokratische Gesellschaftsordnung ein. Sein Nachlass befindet sich seit 2016 im Deutschen Exilarchiv 1933–1945.

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Ort: Deutsche Nationalbibliothek Adickesallee 1 60322 Frankfurt am MainTelefon 069 1525-1905 E-Mail ausstellungen-frankfurt@dnb.de www.dnb.de

Um Anmeldung wird gebeten. Eintritt frei.

Siehe auch: http://ernesto-kroch.com/index.php/de/  und  ila 302/ Februar 2007  Ernesto Kroch zum 90. Geburtstag - Zwischen Uruguay und Deutschland

Freitag, 10. Februar 2017 - 19:00
Frankfurt/a.M.