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El Salvador zwischen Maras, Polizei und Politik

Unklare Sicherheitslage

El Salvador gilt als eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Nach dem internen Krieg zwischen 1980 und 1992 begannen unzählige, scheinbar wahllosen Morde, Gewalt und Schutzgelderpressung den Alltag der Menschen in El Salvador zu beherrschen. Als Hauptursache gilt die zunehmende Macht krimineller Banden, den pandillas oder maras. Weniger diskutiert werden ihre Überschneidungen mit dem organisierten Verbrechen, dem Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, sowie ihre Verbindungen zu Politik und Militär.

Seit Kriegsende gab es keine einheitliche Kriminalitäts- und Sicherheitspolitik. Der Alltagsgewalt wurde mit struktureller Gewalt, Remilitarisierung und Bestrafung begegnet, der so genannten „Harten Hand“-Strategie; oder aber mit Ignoranz und neo-liberaler Wirtschaftspolitik der rechten ARENA Partei. Seit 2009 ist die linke FMLN an der Regierung. Zwar hat diese auch strukturelle Ursachen, Präventions- und Sozialmaßnahmen im „Plan für ein sicheres El Salvador“ im Januar 2015 benannt, jedoch ist die Finanzierung nicht-repressiven Maßnahmen nicht gesichert. Um der zunehmenden territorialen Macht der maras entgegenzutreten, werden zu „außer-ordentichen Maßnahmen“ gegriffen für die verstärkt Staatshaushaltsmittel und Auslandshilfen in die polizeiliche und militärische Aufrüstung gepumpt werden. Somit hat auch die linke Regierung bisher nur geschafft, den steigenden Mordraten mit weiterer Gewalt und Remilitarisierung der öffentlichen Sicherheit zu begegnen.

Welche Auswirkungen haben die "außerordentlichen Maßnahmen" auf die Bevölkerung? Wie gehen die Menschen mit der ständigen Unsicherheitslage um? In wieweit berücksichtigt die Sicherheitspolitik die anhaltende struk-turelle wirtschaftliche und soziale Ungleichheit in El Salvador? Über diese und noch viele weitere Fragen zur Sicherheit, wollen wir mit unseren Gästen Eduardo Amaya und Santos Guevara (Mario) diskutieren.

Eduardo Enrique Amaya ist Psychologe und arbeitet für Servicio Social Pasionista-SSPAS in Programmen zur Förderung einer Kultur des Friedens in der Gewaltprävention und hat direkt mit pandilleros und mareros gearbeitet.

José Santos Guevara Maradiaga (Mario) ist Direktor von ACUDESBAL, einer Basisorganisation für wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Region Bajo Lempa.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Schöne Grüße aus dem Romero-Haus

Dienstag, 29. November 2016 - 19:30
Oscar-Romero-Haus in Bonn