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Peru nach den Wahlen - im Rahmen der Reihe „alba-kompakt“

Vortrag von Gert Eisenbürger, Redaktion der ila, Bonn

Die Präsidentenwahl in Peru ist ebenso so spannend wie die in Österreich vor wenigen Wochen und die Entscheidung wird noch etwas knapper ausfallen. Auch zwei Tage nach der Wahl ist noch nicht ganz klar, wer Peru künftig regieren wird. Nach Auszählung von 97,1 der Stimmen liegt der bürgerlich-konservative Kandidat Pedro Pablo Kuczynski knapp vor der rechtspopulistischen Keiko Fujimori, der Tochter des ehemaligen Diktators Alberto Fujimori. Im Falle eines Wahlsiegs von Keiko Fujimori fürchten viele PeruanerInnen eine Rückkehr zu dem autoritären und von gigantischer Korruption geprägten Regierungsstil ihres Vaters, weil viele ihrer BeraterInnen und designierten Regierungsmitglieder schon Alberto Fujimori zu Diensten waren. Von Kuczynski erhofft man sich eher Respekt für die demokratischen Spielregeln.

In ihren wirtschaftspolitischen Vorstellungen unterscheiden sich Kuczynski und Fujimori dagegen kaum. Beide stehen für einen entfesselten Neoliberalismus und ein extraktivistisches, auf dem Export von Bergbau- und Agrarprodukten basierendes, Modell. Dessen ökologische Kosten sind für beide ebenso wenig ein Thema wie die Fragen der sozialen Gerechtigkeit und die Überwindung des Rassismus, obwohl das die großen Herauforderungen für die Zukunft Perus darstellen.

An dem Abend wird es schwerpunktmäßig um die Wahlen, das politischen Panorama Perus und in diesem Zusammenhang auch um das unerwartet stark Abschneiden der Linkskandidatin Verónika Mendoza gehen, die für ein gänzlich anderes politisches Projekt steht und im ersten Wahlgang nur knapp hinter Kuczynski auf dem dritten Platz landete.

 

Montag, 13. Juni 2016 - 20:00
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