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Hörfunk-Tipp: Kuba - zwischen Projektion und sozialer Wirklichkeit * Hörbar bis 18.8. O1

Eine desillusionierte Gesellschaft ringt um ihr materielles Überleben und um ihre Identität. Gast: Dr. Manfred Krenn, Soziologe mit langjähriger Forschungs- und Lehrtätigkeit. Moderation: Andreas Obrecht.

Liebe Freundinnen und Freunde,

aus Anlass der Demonstrationen am 11. Juli rückt(e) Kuba auch bei uns wieder ins öffentliche bzw. mediale Interesse. Dadurch hat auch mein Buch plötzlich wieder einen öffentlichen Aktualitätswert erhalten und ich wurde genau einen Monat später, für den 11. August in die Sendung Punkt 1 (13 Uhr) eingeladen. Das gibt mir die Gelegenheit eine Stunde lang mit Andreas Obrecht jenseits aktueller Affekthascherei und ideologischer Engstirnigkeiten die Situation auf Kuba und die Entwicklungen, die zu den größten Demonstrationen seit 1959 geführt haben, grundsätzlich und differenziert zu diskutieren. Und das freut mich!

Nach Einschätzungen kubanischer Intellektueller markiert dieser 11. Juli 2021 tatsächlich einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Landes, der weiter fortwirken wird, wobei noch völlig offen ist, wie sich die weitere Entwicklung gestalten wird. Die soziale Situation (Lebensmittel- und Medikmantenknappheit) ist angestoßen durch die Pandemie katastrophal und das Virus selbst fordert gerade in einer brutalen Ansteckungswelle einen hohen Tribut an Menschenbleben, den auch das ansonsten gute (aber inzwischen massiv geschwächte) kubanische Gesundheitswesen nicht verhindern kann, obwohl die Impfungen mit den eigenen Impfstoffen bereits in vollem Gange sind. Eine äußerst kritische Situation, zu der das durch Trump noch weiter verschärfte US-Embargo seinen Teil beigetragen hat, und die von der US-Regierung und einem Teil der dort lebenden Exilkubaner*innen zu einem Regime-Change zu nutzen versucht wird. Und trotzdem liegen sowohl die haupsächlichen Ursachen für die jetzige Krise als auch der Schlüssel zu ihrer Überwindung unter Beibehaltung der nationalen Souveränität auf der Insel selbst. "Entweder wir ändern uns oder wir gehen unter!" Dieser Satz von Raul Castro stammt bereits aus 2010, aber er erhält heute eine geradezu gespenstisch anmutende Dringlichkeit.

Für all jene unter euch, die ein Interesse an den Entwicklungen auf Kuba haben, ist die Punkt Eins-Sendung also eine Möglichkeit sich über die aktuellen Entwicklungen (ich habe mich da inzwischen ein wenig eingelesen) zu informieren. Wer die Sendung am 11. August um 13 Uhr nicht hören kann, sie aber trotzdem nicht versäumen will, für den/die gibt es die Möglichkeit, sie sieben Tage lang im Internet nachzuhören. Die Sendung selbst kann natürlich am 11.8. auch im Internet gehört werden.

Hier der Link zur Sendung https://radiothek.orf.at/oe1/20210811/648197?origin=oe1.orf.at

Saludos Manfredo

Die Haare des Kaiman Kuba - Nahaufnahmen einer desillusionierten Gesellschaft Manfred Krenn (Autor) Sonderzahl (Verlag) erschienen am 1. Mai 2019 Buch | 304 Seiten 978-3-85449-528-4 (ISBN)